Junge Welt – Gespräch mit Antje Grabenhorst

Tatschen und grapschen

Dynamische Vorlage: Handlungskonzept gegen sexualisierte Gewalt im Fußballstadion Von Oliver Rast

Ordner greifen beim Abtasten zu tief in den Schritt, in vollen Blöcken »geraten« fremde Hände an fremde Hintern, Jubelarien nach Torerfolgen steigern sich zu wilden Umarmungen inklusive Knutschflecken an den Wangen. Und in der Warteschlange am Bierstand in der Halbzeitpause besteht die zwischenmännliche Konversation im Austauschen dumpfer »schweinischer Witze«, am besten in Hörweite von Frauen.

Antatschen, angrapschen, anzügliche Bemerkungen: Fußball ist Volksfest, da kann man, wie auf der Wiesn, zumeist ungestraft über die Stränge schlagen. Ein »Netzwerk gegen Sexismus und sexualisierte Gewalt« hat jüngst eine Broschüre mit »Handlungskonzept gegen sexualisierte Gewalt im Zuschauer*innensport Fußball« veröffentlicht. Darin definieren die Herausgeberinnen »sexualisierte Gewalt« als Handlungen mit und ohne Körperkontakt und grenzverletzendes Verhalten in Bezug auf Sexualität. Ein Leitfaden für alle – für Vereine, Verbände, Fans, Ordnungs- und Sicherheitsdienste.

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Zeit Online – Interview mit Helen Breit

„Da wird einer Frau im Block an den Hintern gegrabscht“

Ein Interview von: Edgar Lopez

Auch im Fußball kommt es zu sexuellen Übergriffen. In den vergangenen Jahren haben einige dieser Taten für Aufmerksamkeit gesorgt. Das Netzwerk gegen Sexismus und sexualisierte Gewalt hat eine Broschüre veröffentlicht, die Betroffenen und Fußballinstitutionen hilft, angemessen mit dem Thema umgehen. Wir sprachen mit Helen Breit, eine der Initiatorinnen.

ZEIT ONLINE: Frau Breit, haben Sie konkrete Beispiele für sexualisierte Gewalt aus dem Fußballkontext?

Helen Breit: Ein Ordner oder eine Ordnerin kontrolliert eine Person und wird durch grabschen in den Schritt der Person sexuell übergriffig. Im Block wird einer Frau an den Hintern gegrabscht. Das wird bis jetzt im Fußballkontext nicht sofort als sexualisierte Gewalt kategorisiert. Wir haben im Fußball nach wie vor ein Klima, in dem sexuelle Übergriffe teilweise bagatellisiert werden.

Hier geht’s zum vollständigen Interview bei Zeit Online

Pressemitteilung: Netzwerk veröffentlicht Handlungskonzept gegen sexualisierte Gewalt im Zuschauer*innensport Fußball

Das Netzwerk gegen Sexismus und sexualisierte Gewalt stellte auf der gestrigen Bundeskonferenz der Fanprojekte das „Handlungskonzept gegen sexualisierte Gewalt im Zuschauer*innensport Fußball vor“. Die Inhalte des Handlungskonzepts reichen von einer begrifflichen Klärung über Hinweise zur Grundhaltung hin zu konkreten Handlungsmöglichkeiten in den Bereichen Prävention und Intervention. Damit hat das Netzwerk gegen Sexismus und sexualisierte Gewalt eine Grundlage für die Erarbeitung von lokalen Konzepten geschaffen und einen Beitrag dazu geleistet, das Thema sexualisierte Gewalt im Zuschauer*innensport aus der Tabuzone zu holen.

„Fast ein Jahr haben wir im Netzwerk an der jetzt veröffentlichen Broschüre gearbeitet. Wir freuen uns sehr, dass wir dieses jetzt der Öffentlichkeit und allen Interessierten zur Verfügung stellen können“, so Antje Grabenhorst aus dem Netzwerk gegen Sexismus und sexualisierte Gewalt. „Wir haben insbesondere die Erfahrungen von Betroffenen auf den Rängen und der professionellen Fanarbeit in den Blick genommen. Betroffene sind aber auch die Angestellten der Vereine oder der Dienstleistungsfirmen (wie Catering oder Ordnungsdienste)“, weiß Antje Hagel, vom Fanprojekt Offenbach, die ebenfalls Mitglied des Netzwerks ist.

Helen Breit ergänzt: „Unser Anliegen besteht darin, für das Thema der sexualisierten Gewalt zu sensibilisieren und zu einem bedürfnisorientierten Umgang mit Vorfällen beizutragen. Die öffentliche Verhandlung dieses Themas zeugt von einem hohen Verantwortungsbewusstsein. Es gibt bereits zahlreiche lokale Initiativen, die sich dem Thema angenommen haben – mit unserer Veröffentlichung wollen wir dieses Engagement stärken und an weiteren Standorten ausbauen.“ 

Das Handlungskonzept steht online auf unserer Homepage zum Download bereit und kann über kontakt@fussball-gegen-sexismus.de als Druckexemplar bestellt werden.

Für weiterführende Fragen und Pressegespräche stehen wir gerne zur Verfügung.

Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an: kontakt@fussball-gegen-sexismus.de

Für das Netzwerk gegen Sexismus und sexualisierte Gewalt

Antje Hagel